Die 7 Sichtbarkeits-Regeln

(Blick ins Buch)
(Blick ins Buch)

Sind Sie ein eher zurückhaltender Mensch und fest entschlossen, aus der Tarnung rauszugehen und der Welt endlich zu zeigen, was wirklich in Ihnen steckt? Es ist allerdings einfacher gesagt: „Jetzt mache ich mich mal endlich sichtbar“. Es gibt sicher gute Gründe, warum Sie es bisher nicht getan haben. Wenn Sie z.B. innerlich davon überzeugt sind, dass nur laute Selbstdarsteller es nötig haben, auf sich aufmerksam zu machen, oder wenn Ihnen der Spruch „Eigenlob stinkt“ im Gehirn eingebrannt ist, werden Sie immer wieder an diesem Punkt auf innere Widerstände stoßen.

Um dem auf die Spur zu kommen,  machen Sie sich eine Liste mit Ihren inneren Widerständen, die in Ihrem Kopf auftauchen, sobald Sie an Sichtbarkeit denken. Schreiben Sie erst alles auf, ohne zu bewerten. Und dann nehmen Sie sich jeden einzelnen Punkt vor und überprüfen deren tatsächlichen Wahrheitsgehalt. In meinem neuen Buch „Leise überzeugen“ widme ich das erste Kapitel genau solchen Bremsen und inneren Widerständen.

Und jetzt skizziere ich Ihnen kurz die 7 Sichtbarkeits-Regeln, die Sie auf der Basis des Improvisationstheaters für das Buch entwickelt habe. Ich habe für jede Regel auch je ein Video erstellt, diese finden Sie hier: Zu den Videos

Sichtbarkeits-Regel 1: „Ja, und…“ Erkenne Angebote und nimm sie an!

Unser Leben ist voll von Angeboten, von Möglichkeiten. Man muss sie nur erkennen.

Wenn Ihnen z.B. ein Kollege von Kundenproblemen erzählt, kann das ein Angebot an Sie sein, Ihre spontanen Vorschläge zur Problemlösung dem Kollegen mitzuteilen. Oder wenn Ihr Chef ein spannendes neues Projekt im Meeting vorstellt, kann es ein Angebot an Sie sein, Ihre Erfahrungen endlich als Projektleiter zur Verfügung zu stellen. Hat man die Angebote erst erkannt, so kann man sie entweder annehmen oder ablehnen, das liegt ganz in Ihrer Hand. Wenn Sie schweigen und sich selbst abbremsen, weil Ihre inneren Bedenken wieder überhand nehmen, dann lehnen Sie diese Angebote ab.

Wollen Sie sichtbarer werden, so gilt es zu lernen, Angebote zu erkennen, Ja zu den Möglichkeiten zu sagen und sie anzunehmen.

Sichtbarkeits-Regel 2: Lass Dich verändern!

Wenn Sie Ihre Bedenken überwinden und immer mehr Angebote annehmen, die Sie sonst ausgeschlagen hätten, so werden Sie sich auf Neues einlassen und Ihre alten Routinen durchbrechen. Und genau diese Veränderungsbereitschaft macht Sie beweglicher und motiviert Sie, Ihren neuen Sichtbarkeits-Weg in kleinen Schritten weiter zu beschreiten. So entdecken Sie, wozu Sie alles in der Lage sind und was in Ihnen wirklich steckt!

Sichtbarkeits-Regel 3: Nimm Dich und andere in den Fokus!

Wo die Aufmerksamkeit hinfließt, da ist der Fokus, der die Grundlage für jede Präsenz ist. Wenn Sie einer anderen Person Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken, dann geben Sie Ihr den Fokus, Sie sind ganz für sie da. Wenn Sie den Fokus nehmen, dann ziehen Sie die Aufmerksamkeit anderer auf sich, tragen aktiv zum Miteinander bei und genießen es, auch mal im Mittelpunkt zu stehen.

Die Kunst liegt im ausgewogenem Verhältnis zwischen dem Geben und Nehmen des Fokus: Lernen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit ganz da zu sein, egal mit wem Sie es zu tun haben, statt Ihre Einkaufliste im Kopf durchzugehen oder eine SMS zu schreiben. Und trauen Sie sich immer mehr selbst in den Fokus, zeigen Sie sich, genießen Sie die Aufmerksamkeit. Und achten Sie auf das ausgewogene Verhältnis zwischen Geben und Nehmen Ihres Fokus.

Sichtbarkeits-Regel 4: Wechsle die Perspektive!

Wenn Sie oft so etwas denken wie „Es ist doch schon alles gesagt.“, oder „Da muss ich nicht auch noch meinen Senf dazu abgeben.“, wissen Sie nicht, wie andere darüber denken. Es kann doch sein, dass die Kollegen meinen, Sie machen nur Dienst nach Vorschrift, wenn Sie sich nie an den Diskussionen beteiligen. Oder Ihre Freundin denkt, Sie wollen nichts von sich preisgeben.

Schlüpfen Sie mal in die Rolle Ihres Vorgesetzten oder Ihrer Freundin und blicken Sie auf sich selbst. Es kann sein, dass Sie die Sache dann vollkommen anders sehen und Ihnen klar wird, wie wichtig Ihr Beitrag ist!

Sichtbarkeits-Regel 5: Sei mittelmäßig!

In unserer Exzellenzgesellschaft sind die Erwartungen an sich selbst so hoch, dass man bei allem was man tut, großartig, einzigartig und genial sein MUSS. Sonst hat man das Gefühl, nicht genug zu sein. Das ist die Pest unserer Zeit!

Erlauben Sie sich, normal zu sein. Lernen Sie es, zu sich selbst, zu Ihren Stärken und Fähigkeiten zu stehen. Und zeigen Sie sich, so wie Sie sind. So sind Sie nämlich wirklich einzigartig, ohne es sein zu müssen!

Sichtbarkeits-Regel 6: Gewinne die Lust am Scheitern!

Fehler sind bei uns verpönt. Perfektionismus ist an der Tagesordnung. Doch welche Menschen nehmen wir als präsent wahr, auch ohne dass sie lautstark die „Rampensau“ geben? Das sind Menschen, die entspannt und souverän mit sich und den eigenen Fehlerchen umgehen. Die aalglatten Perfektionisten langweilen doch nur und sind in Ihrer Verkrampfung echt anstrengend.

Lernen Sie über Ihre Fehler zu lachen. Wagen Sie Neues und kalkulieren Sie dabei auch Scheitern als eine Möglichkeit ein. Machen Sie daraus nicht gleich ein Drama. So werden Sie wesentlich entspannter und damit auch viel sichtbarer, ohne sich zu verkrampfen.

Sichtbarkeits-Regel 7: Sorge für Dich und hab Spaß!

Auf gar keinen Fall darf die neue Sichtbarkeit für Sie zu einer Bürde und Belastung werden. Wenn Sie Ihren eigenen Weg finden und dafür sorgen, dass Sie bei dem, was und wie Sie es tun neben der Aufregung Freude und Neugier verspüren, werden Sie allein mit einer positiven Präsenz auffallen.

Nehmen Sie sich also immer solche Ziele vor, die sie fordern, nicht überfordern. Freuen Sie sich über jeden noch so kleinen Erfolg. Das sind die Erfolge, die es am Ende ausmachen und Sie dauerhaft motivieren. Suchen Sie dabei nach einem angenehmen Weg für sich, nicht nach dem perfekten. Und brechen Sie Regeln, auch Ihre selbst aufgestellten!

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0 Kommentare, sei der nächste!

  1. hallo natalie,
    bei nr. 5 habe ich erst etwas gestutzt. aber du hast natürlich recht.
    ich möchte nicht wissen, was alles der öffentlichkeit verborgen bleibt, nur weil man meint perfekt sein zu müssen.
    danke, dass du uns hier die „erlaubnis“ gibst, mittelmäßig zu sein!

    viele grüße,
    frank

  2. Toller Artikel !

    Schön, dass einmal einer diese Dinge anspricht, in einer Zeit, wo man an jeder Ecke bzw. in jedem Blogwinkel die tollen „how to’s “ der Perfektion zu lesen bekommt. (z.B. “ Werden Sie ein Experte in ihrem Gebiet “ Jo, kloar, geht jo ganz anfoch “ )

    Auch aber ein echtes Lob all denen, die es eben wirklich gut können.

  3. Liebe Ursula,

    vielen Dank für Ihren Kommentar! Ja, mir kommt es wirklich so vor, dass der Perfektions-Wahn und die Exzellenz-Initiative des Gesellschaft so richtig um sich greifen. Deswegen ist es so wichtig, da etwas zurück zu schalten.

    Herzliche und unperfekten Grüße
    Natalie Schnack 🙂

  4. Eine wunderbare Zusammenstellung von Regeln, die das Leben und den Beruf leichter machen. Nicht nur, um sichtbarer zu werden, sondern auch für den „ganzen Rest“: Ob bei Vorbereitungen für Kundenaufträge, verwaltende Tätigkeiten im Business, Aufräumen, Gärtnern, in der Familie oder bei der Freizeitgestaltung – mehr Mittelmaß, Lust am Scheitern und ab und an schauen, wie es „den anderen“ geht, macht einfach Sinn 😉

    Herzliche Grüße
    Volkert

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